Wolfgang Hummel

Wolfgang Johann Hummel (*22. August 1959) ist Finanz- und Industrieanalyst

Er studierte Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Freien Universität Berlin. Hinzu kamen Studienaufenthalte in den Büros des Abgeordneten John Ferraro in Los Angeles, Kalifornien und des Mitglieds im US-Kongress Howard Wolpe in Washington, D.C.,USA.

1991 schloss er das Studium mit dem 2. Staatsexamen in Rechtswissenschaft (Schwerpunkt Handels- und Gesellschaftsrecht) ab und arbeitete in der Folgezeit bei der Zentrale der Treuhandanstalt in Berlin. Sein Arbeitsschwerpunkt war dabei die Sanierung und Privatisierung staatseigener Unternehmen der ehemaligen DDR. Dies umfasste unter anderem auch Betriebsteile des früheren VEB Energiekombinats Berlin.

Ab 1994 übernahm er beim Berliner Senat Aufgaben mit den Schwerpunkthemen Wirtschaftsförderung, Unternehmensbetreuung und Investorenakquise. So arbeitete er auch an der Planung für den Wissenschaftspark Berlin-Adlershof und des dortigen Innovationszentrums für Optik, Optoelektronik, Lasertechnik (Photonikzentrum) mit. Beteiligt war er bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie u.a. auch an der Privatisierung des Energieversorgungsunternehmens Berliner Kraft- und Licht AG (BEWAG) an VIAG, PreussenElektra und Southern Energy, USA sowie an den politischen Vorbereitungsgesprächen für die Einrichtung der Leipziger Strombörse, der späteren Leipziger Power Exchange.

Zwischen 2006 und 2011 unterrichtete Wolfgang Hummel als Lehrbeauftragter im Studiengang „International Business“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Daneben war er von 2004 bis 2011 im Board zweier Joint-Ventures im Hochtechnologie-Sektor mit Sitz in Singapur und Peking, China.

Hummel kritisierte schon früh, so beispielsweise in dem Beitrag „Subventionen und Sonnenschein“ der  Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. Januar 2010, die hohe Subventionsabhängigkeit der deutschen Solarunternehmen und deren daraus resultierende Wettbewerbsschwäche. Als erster wies er auf die Konkurrenzstärke chinesischer Photovoltaik-Unternehmen hin und sagte auch die Insolvenzen deutscher PV-Unternehmen voraus. So u.a. in seiner Rolle als  unabhängiger Gutachter vor dem Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Union (EESC) am 23. März 2010. Dies und seine Kritik am Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) führte zu Angriffen der Lobby-Verbände der Solarwirtschaft gegen ihn.
Im August 2011 gründete Wolfgang Hummel gemeinsam mit Leonard Herbig das Zentrum für Solarmarktforschung (ZSF) in Berlin. Alleinstellungsmerkmal des Zentrums ist die Analyse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von PV-Unternehmen aus Deutschland, China, Taiwan, Korea und Japan und die Untersuchung der PV-Marktentwicklung. Zielgruppe sind Photovoltaik-Unternehmen, Banken und Finanzinvestoren.

Bekannteste Studie ist „Im Kampf gegen den Abstieg“ aus dem Juni 2012 in der beide die Stärken und Schwächen deutscher und chinesischer Photovoltaik-Unternehmen analysieren und die Schlüsselfaktoren der zukünftigen Entwicklung der Solarbranche benennen.